Jesu Licht ankommen lassen

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Betrachtung zum Monatsspruch Dezember 2014

 

Ein Weihnachtsstern -- sein Licht kann uns zu Jesus bringen. Bild: Balcerowski

Ein Weihnachtsstern — sein Licht kann uns zu Jesus bringen.

Ein typischer Straßenzug im Dezember: Viele elektrische Lichterketten schimmern, mal mehr, mal weniger Kitsch; sie flackern hinter Fenstern, sie beleuchten Bäume und Hauswände, nachdem schon gegen 16 Uhr die Sonne unterging.

Doch Licht kann man auch im übertragenen Sinne verstehen: „Ich bin das Licht der Welt“, sagt Jesus. Auf dieses Licht warten Christen im Advent. Advent heißt Ankunft. Als Ankündigung der Ankunft Jesu deuten einige Theologen prophetische Worte des Alten Testaments, so auch den Monatsspruch Dezember: „Die Wüste und Einöde wird frohlocken, und die Steppe wird jubeln und wird blühen wie die Lilien“ (Jesaja 35,1).

Geld: ein Glaubensartikel

Das hebräische Wort für „Wüste“ ist interessant, denn es unterscheidet nicht zwischen Steppe, auf der noch Viehzucht möglich ist, und Wüste als Einöde. Also ein Sowohl-als-auch. Diese zwei Gesichter weist auch Weihnachten auf: Jesus ist zwar bereits in die Welt gekommen, Christen warten aber jedes Jahr wieder und erwarten ihn. Ich persönlich verstehe Weihnachten als Zeit, in der ich mir meinen Glauben bewusst mache. Wenn Menschen auch behaupten mögen: „Ich glaube nur, was ich sehe“, so würde doch nicht mehr viel übrig bleiben. Denn auch Geld braucht Vertrauen auf ein Versprechen, das man nicht sieht.

Vieles in der Welt beruht auf Konventionen, die auf Vertrauen fußen. Freundschaft, Höflichkeit oder Zuverlässigkeit kann ich auch nicht direkt sehen. Aber was Konventionen und Glaube gemeinsam haben: Man sieht, wenn sie in die Welt ausstrahlen: Der Freund freut sich über den pünktlichen Besuch; der Chef dankt seinem Mitarbeiter für die rechtzeitige Abgabe der Präsentation. Daher ist Weihnachten vielleicht eine Zeit des Vertrauens zu Gott, die sich im Beten ausdrücken lässt. Beten ändert nicht die Welt, aber Gebete ändern Menschen und Menschen ändern die Welt, soll der überzeugte Christ und Arzt Albert Schweitzer gesagt haben.

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