Das Fundament für das Lebenshaus: Gott

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Pfarrerin Franziska Pannewick aus Nürnberg-Boxdorf predigt

Neulich im Schrebergarten: Zwei Mieter pachteten ein kleines Stück Grün in der Stadt und wollen nun ein Gartenhaus aufstellen. Die beiden Mieter unterscheiden sich wesentlich: einer ist schnell und schlampig, der andere geduldig und gründlich. Der Erste macht maßstabgetreue Zeichnungen und plant jeden Schritt durch. Der Zweite möchte möglichst schnell ein Dach über dem Kopf.

Ein starkes Fundament macht widerstandsfähig. Bild: © dragoncello/ Fotolia.com

Zunächst scheint die genaue Planung für das Gartenhaus des Ersten fehl am Platz, doch sobald ein Sturm wütet und es Hochwasser gibt, wendet sich das Blatt: Jetzt kann der erste Gartenbesitzer locker und fröhlich bleiben, weil er ein starkes Fundament gebaut hatte. „Er muss vielleicht ein paar Nägel nachschlagen, aber ansonsten ist sein Haus in Ordnung“, fasst Franziska Pannewick, Pfarrerin in der evangelisch-lutherische Gemeinde Zum Guten Hirten zusammen. Das andere Haus des schlampigen Mieters ist nur nur noch ein unbrauchbarer Haufen Bauschrott.

In ihrer Predigt am 9. Sonntag nach Trinitatis übertrug Franziska Pannewick das Einstiegsbild auf das Leben. Es macht einen Unterschied, wie gut das Fundament des eigenen Lebenshauses ist. „Man kann nicht immer schon die Bretter vor die Fenster nageln“, sagte Franziska Pannewick am Sonntag, 13. August in Boxdorf. Denn Lebenserschütterungen kündigen sich selten vorher an. Wer aber ein Fundament hat, der kann ihnen standhalten.

Was trägt?

Werte sind ein Baustein des Fundaments im Lebenshaus. In der Erziehung kann man auf Hilfsbereitschaft, die Fähigkeit zuzuhören und Ordnungsliebe achten. Doch gerade in Krisen können Werte so sein, dass sie wie Kleidung sind, die zu groß oder zu klein ist. Zum Beispiel mag jemand sehr pflichtbewusst sein. Diese Person kann in einer Krise lernen, erst nur an sich denken zu dürfen.

Der markante Kirchturm der Gemeinde Zum Guten Hirten in Nürnberg-Boxdorf.

Der Gottesdienstraum am Sonntag, 13. August 2017.

Säulen des Lebenshauses

Das Fundament des Lebenshauses steht auf mehreren Säulen: Zum einen sind es Weggefährten und Weggefährtinnen aus der Familie oder enge Freunde. Der eigene Wertekanon kann ein Maßstab dafür sein, was man jetzt tun kann. Die Säule der Säulen ist aber ein anderer: Gott.

Ein Kruzifix — ein Platz-Halter für Gott.

Im Alpenvorland gibt es in vielen Häusern die Tradition, einen so genannten Herrgottswinkel einzurichten. Ein Zeichen und ein Platz-Halter: In diesem Haus wohnt auch Gott. Das Fundament des Lebenshauses ist unsichtbar. Es ist der sichere Ort im Herzen. Im Beten, bei der Bibellektüre und in der Gemeinschaft kann man jenen Ort betreten und gemeinsam in ihm wohnen. Der Herrgottswinkel im Kopf, das wünschte Franziska Pannewick der Gemeinde zum Abschluss ihrer Predigt.

Link zum Predigttext Matthäus 7,24-27

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