Gottes Führung ist Liebe

PDF / ePub

Betrachtung zum Monatsspruch Juli 2014

 

Die Ankunft des verlorenen Sohns in einer Glasmalerei. Bild: Dieter Schütz / pixelio.de

Ein Bild für Gottes Liebe: Die Ankunft des verlorenen Sohns in einer Glasmalerei. Bild: © Dieter Schütz / pixelio.de

Wer nur den lieben Gott lässt walten so beginnt und heißt das evangelische Kirchenlied von Georg Neumark (1657) — … der hat sein Haus nicht auf Sand gebaut. Das Lied in moll klingt träge und man fragt sich, ob auch Gottes Schalten und Walten diese Schwere hat?

Der Monatsspruch Juli klingt froher aus dem Mund eines Betenden, der sich Gott anvertraut: „Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an.“ (Psalm 73,23f.).

Dieser Psalm ist ein Lehrgedicht. Der Betende kennt seine Pappenheimer: Übeltäter und verblendet Gegoltene hatten damals ihr Unwesen getrieben, was die Sozialkritik an den Herrschern durch alttestamentliche Propheten auch belegt. Der Betende deutet die Welt trotzdem aus Vertrauen auf Gott heraus: Gott führt mich, Gott berät mich und Gott ehrt mich.

Kontrolle oder Vertrauen?

Welches Bild veranschaulicht diesen Gedanken heute? Ich denke zuerst an die Arbeitswelt, in der der Chef oder die Chefin ein Team führt: Gott würde wohl weder der Chef sein, den man nur zufällig antrifft, noch derjenige, der fünf Mal die Protokollantin fragt, ob sie diesen Satz mitgeschrieben habe. Die Form von Gottes leitender Hand besteht nämlich aus bedingungsloser Liebe. Harald Kreßmann, Hochschulseelsorger in Erlangen, veranschaulicht dies am Gleichnis des verlorenen Sohns: Gott kennt keine Wenn-dann-Beziehungen. Ihm liege es fern, zu sagen: „Wenn du genug betest, erfülle ich dir deine Wünsche.“ Gottes Liebe ist das Fundament an Vertrauen, das uns leitet.

Einen Kommentar verfassen