Bonhoeffers „Gute Mächte“ spenden Osterhoffnung

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„Christus ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden“, diesen Ruf werden viele Gläubige in den Ostergottesdiensten hören. Mit Ostern verbinden Christen die Hoffnung, dass das Leben nach dem Tod nicht zu Ende ist, sondern der Mensch aufersteht. Viele vermischen diesen Gedanken übrigens mit der platonischen Idee des Weiterlebens der Seele. Auch Dietrich Bonhoeffer, der am 9. April seinen 71. Todestag hat, dichtete ein bekanntes Lied, das in die Osterstimmung hineinpasst:

Bonhoeffers Studierzimmer in seinen Elternhaus in Berlin. Archivbilder: Balcerowski

Bonhoeffers Studierzimmer, heute Erinnerungs- und Begegnungsstätte, in seinem Elternhaus in Berlin im August 2013.

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Gedenktafel für Bonhoeffer und seine Widerstands-Freunde in der KZ-Gedenktstätte Flossenbürg am 9. April 2013.


„Von guten Mächten treu und still umgeben“ ist vielen Angehörigen auf Beerdigungen ein Trost. Es erinnert mich an die Beerdigung meines Großvaters. Sicherlich hatte das Lied seine Schwere: „Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand“ – da goss sich in den Kelch die Trauer über den Verlust einer Person. Aber schon heißt es weiter in dem Lied: „So nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern aus deiner guten und geliebten Hand.“

Bei Bonhoeffer sehe ich in diesen Strophen: Das Leben anzunehmen hat einen Wert. Es ist einfacher, die Einstellung zu ändern als sein Schicksal. Bonhoeffer beschrieb aber nicht nur, sondern er lebte das, was er sagte. Als er von Nazi-Schergen als Widerstandskämpfer verhaftet wurde, war seine letzte Station Flossenbürg. Seine letzten Worte drücken Hoffnung aus, wie das Lied. George Bell, ein guter Freund Bonhoeffers, sollte erfahren: „Wollen Sie diese Botschaft von mir dem Bischof von Chichester ausrichten: Sagen Sie ihm, dass dies für mich das Ende ist, aber auch der Anfang. Mit ihm glaube ich an den Grund unserer universalen christlichen Bruderschaft, die sich über alle nationalen Hassgefühle erhebt, und dass unser Sieg gewiss ist.“ (DBW 16, 468)

Ursprünglich erschienen in: Monatsgruß. Zeitschrift für die evangelisch–lutherischen Kirchengemeinden in Fürth. Lokalteil Christuskirche 61 (April), S. 7, editiert.

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