Gott ist Schöpfer und Begleiterin

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Betrachtung zum Monatsspruch September 2016

 

Vielleicht kennen Sie den Spruch „Gottes Wege sind unergründlich“? Er lehnt sich an das Johannes-Evangelium (3,8) an, in dem es heißt, Gottes Geist weht, wo er will. Flüchtig wie Wind ist aber nicht das Gleiche wie abwesend. Ist Gott nicht gerade im Nicht-Offensichtlichem, im Unscheinbaren anwesend? Der Monatsspruch September drückt eine solche liebevolle Nähe Gottes aus: „Gott spricht: Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.“ (Jeremia 31,3)

Das Brettspiel Die Siedler von Catan ist aufgebaut mit zwei Lehmfeldern, zwei Gebirgen, Wüste, Wald, Weide und Getreidefeld. Auf dem Spielbrett eine blaue Straße, eine Siedlung und die Räuber-Figur.

Das Leben kann man als Wanderung durch unterschiedliche Landschaften begreifen — hier am Beispiel des Brettspiels Die Siedler von Catan.

Zu mir ziehen, festgehalten werden, nicht mehr abrutschen können, Sinn und Halt finden, etwas ausprobieren, aber doch Rückhalt haben. Gott erfahren ist für mich wie eine Reise durch eine Landschaft. Auch wenn Jeremia ursprünglich die Heimkehr aus dem Exil im Blick gehabt haben mag: Das Leben ist eine Reise im metaphorischen Sinne. Florian Höhne, promovierter Theologe, hat in einem Gottesdienst einen solchen Vergleich gezogen: In der Landschaft kann es nebelige Täler geben, etwas ist ungewiss. Es kann aber auch hohe Gipfel geben: Nach langer Anstrengung, nach oben zu kommen, sehe ich ganz klar, halte inne und genieße den Ausblick. Vielleicht steht am Waldrand eine Hütte, in der ich rasten kann. Um durch eine Landschaft zu wandern, brauche ich manchmal eine Karte oder einen Kompass. Aber nicht alles muss eingezeichnet sein. Wenn der Duft nach Harz auf einen unbekannten Weg lockt, warum sollte ich ihn nicht gehen?

Gott ist da

Florian Höhne setzt in dieses Landschafts-Bild Gott ein: Er ist der Schöpfer und er ist Begleiterin des Menschen. Gottes Nähe kann also so verstanden werden: Gott will nicht, dass wir uns verirren, sondern er ist bei uns. Trotzdem dürfen wir unseren Weg gehen und dazulernen. Dieses Bild, in Freiheit unterwegs zu sein, aber Gott ist da, fasst für mich den Monatsspruch September zusammen.

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