Kategorie: Die Sonntagspredigt

Berichte über Gottesdienstbesuche mit Schwerpunkt auf der Predigt

Erst das Ihr, dann das Wir

Dr. Florian Höhne über sprachliche Feinheiten und Gottesbeziehungen

Dr. Florian Höhne, Pfarrer und wissenschaftlicher Mitarbeiter, ist auf die Kanzel der Heilig-Geist-Kirche auf der Fürther Hardhöhe gestiegen und blickt hinunter. Nach der Bitte um den Segen beginnt der promovierte Theologe die Predigt am 10. Sonntag nach Trinitatis mit einem persönlichen Beispiel: Während eines Auslandssemesters in den USA unterhielt er sich mit US-amerikanischen Mitstudierenden oft mit Sätzen wie „Wir tun X / wir erleben Y“. Am Anfang waren es einfache Themen wie der gemeinsame Kinobesuch oder das Erleben der Vorlesung. Irgendwann sagte ein Mitstudent in Hinblick auf den Anschlag am 11. September 2001: „Wir hatten 100 Jahre keinen Krieg mehr“ — mit Ende des Zweiten Weltkrieges in Deutschland am 7. und 8. Mai 1945 wusste Florian Höhne plötzlich: Zu diesem „Wir“ gehöre ich nicht. Daher zurecht die Frage: Was tun wir, wenn wir „wir“ benutzen?

Wer eine Kerze anzündet und betet, denkt manchmal an bestimmte Menschen. Unterschiedliche Biografie-Verläufe schließen ein und aus, wer noch mitgehört und mitbeten kann. Bild: © Michael Eichhammer / Fotolia.com

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Das Fundament für das Lebenshaus: Gott

Pfarrerin Franziska Pannewick aus Nürnberg-Boxdorf predigt

Neulich im Schrebergarten: Zwei Mieter pachteten ein kleines Stück Grün in der Stadt und wollen nun ein Gartenhaus aufstellen. Die beiden Mieter unterscheiden sich wesentlich: einer ist schnell und schlampig, der andere geduldig und gründlich. Der Erste macht maßstabgetreue Zeichnungen und plant jeden Schritt durch. Der Zweite möchte möglichst schnell ein Dach über dem Kopf.

Ein starkes Fundament macht widerstandsfähig. Bild: © dragoncello/ Fotolia.com

Zunächst scheint die genaue Planung für das Gartenhaus des Ersten fehl am Platz, doch sobald ein Sturm wütet und es Hochwasser gibt, wendet sich das Blatt: Jetzt kann der erste Gartenbesitzer locker und fröhlich bleiben, weil er ein starkes Fundament gebaut hatte. „Er muss vielleicht ein paar Nägel nachschlagen, aber ansonsten ist sein Haus in Ordnung“, fasst Franziska Pannewick, Pfarrerin in der evangelisch-lutherische Gemeinde Zum Guten Hirten zusammen. Das andere Haus des schlampigen Mieters ist nur nur noch ein unbrauchbarer Haufen Bauschrott.

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