Kategorie: Erzählende Texte

Erzählende Texte fiktionaler Natur. Eher kürzer als länger.

Das Buch

#WritingFriday #14

Luka wartete 15 Sekunden. Luna lächelte darüber, das „s“ zwecks Kosenamens am Ende von „Lukas“ entfernt zu haben und dachte gleichzeitig an die früheren Pausen von 30 Sekunden zurück. ‚Ich bin eine Lehrerin der Spontanität‘, dachte sie bei sich und lächelte. Luka band umständlich seine Schuhe zu. Luna sah buchstäblich schon, wie sie einige Male wieder aufgehen würden. Aber egal, nun wollte das Paar hinausgehen. „Dieses kleine Antiquariat am Platz der Demokratie …“, begann Luka und küsste dann plötzlich Luna auf die Stirn. Sie lächelte, wartete ein paar Sekunden und antwortete: „Ja, gerne können wir da hin.“ Luka lächelte endlich zurück, nahm ihre Hand und bevor er die Tür öffnete, sagte er: „Ich liebe dich.“

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Gläserne Gedanken

#WritingFriday #13

„T, t, t … was die sich wieder einbildet. Ist total übergewichtig mit ihren 1,5 Litern und dann auch noch Einweg. Also im Grunde eine Eintagsfliege. Aber sie knistert und knarzt mit ihrer dünnen Haut — ich dagegen bin von Dauer. Aus Glas. Ich habe 50 Leben. Aber leider bin ich zu gewichtig. Ich habe schon überlegt, ob ich rübergehe zum Bier, weil das scheint noch die letzte Glashochburg zu sein. Aber Mineralwasser aus Mehrweg-Glasflaschen, das ist ja nur noch was für 5-Sterne-Hotels oder ein Feinschmecker-Restaurant.

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Leitgefühle

#WritingFriday #12

Luna war so verliebt, aber niemand hätte damit gerechnet, dass ihre Tränen ganz und gar nicht Tränen der Freude waren. Sie ging vor ihrem geistigen Auge die Situationen durch. Sie hatte alles versucht: Komplimente, spielerische Sätze, Zweideutigkeiten und Berührungen wie zufällig. Aber jedes Mal änderte sich nichts an seinem Gesicht. Jetzt saß sie in der Bibliothek und weinte. Vor ihr lagen Ratgeber über Einsamkeit, aktive und passive Bindungsangst und Sozialphobie. Sie suchte nach einer Antwort, auf eine Möglichkeit, die Situation ganz anders zu sehen … um dann, ja um dann eben doch noch zu hoffen.

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