Kategorie: Lebenskunst

Aus dem Alltag gegriffen das Allgemeine im Konkreten suchend. Nachdenken über Logiken und Paradoxien von Gefühl und Verstand.

Im Augenblick sein

Achtsamkeit und Bibel im Kontext der Mediennutzung

Neulich ist mir eine Überschrift etwas aufgestoßen: „Einfach mal abschalten.“ Als ich darüber reflektierte, wurde mir klar: dieses einfach ist manchmal ganz schön schwer. In der heutigen Weise, wie viele Menschen mit Medien umgehen, sind oft mehrere Kanäle parallel online und das Handy ist zum Minicomputer geworden. Drei exemplarische Bibel-Zitate, wie man im Augenblick sein kann.

Sich selbst einen Sendeschluss setzen? Bis in die 1960er Jahre zeigte die öffentlich-rechtlichen Sender nach Mitternacht lediglich ein Testbild. Bild: Rotkaeppchen68 / Wikimedia.org

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Bei den eigenen Gefühlen sein

Fastenzeit der evangelischen Kirche: Zeig dich!

Anlässlich des neuen Fasten-Mottos der evangelischen Kirche: Zeig dich! Sieben Wochen ohne Kneifen ist mir in den Sinn gekommen: Sich zeigen, das heißt einen Blick in das eigene Innere freigeben. Sich trauen, spontan ein Gefühl zu zeigen. Ich habe festgestellt: Wer sich das Nachdenken sehr zu Herzen nimmt, verliert manchmal das Spontane. Ein Beispiel: Kürzlich ging es in einem Gespräch darum, den Beruf zu erraten. Obwohl mir als spontanes Bild sofort die Medienbranche einfiel, stellte ich diesen Impuls zurück, und landetete durch die Reflexion bei Logistik. Welcher Mechanismus ist hier genau abgelaufen?

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Sich öffnen, damit das Glück hineinfallen kann

Eine kleine Lebensphilosophie

Sich öffnen für das Glück, aber wie?

„Augenblick, verweile doch, du bist so schön“, diese faustische Unruhe ist seit Jahrhunderten ein Thema. Was Goethe so ausdrückt, formulierte Friedrich Nietzsche als „Lust, will Ewigkeit, will tiefe, tiefe Ewigkeit“. Mir persönlich ist es auch kürzlich passiert, dass ich das Glück zu sehr festhalten wollte. Auf einer Party gab es ein sehr schönes Gespräch, das sich in meinem Kopf bis zur Verliebtheit steigerte. Da merkte ich im Nachhinein: Sich einreden, die andere müsse auf eine bestimmte Weise handeln, ist auch eine Möglichkeit, sich selbst unglücklich zu machen. Das Gespräch war eben einfach wertvoll, weil es ein schöner Moment war. Das Festhalten des Moments ist wie der Versuch, Pudding an die Wand zu nageln.

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