Schlagwort: Sprache

Einsamkeit und Sprache

Manchmal ist Leiden so groß, dass man sprachlos ist. Bild: © zdyma4 / Fotolia.com

„Was ist los?“, das könnte nicht nur eine rhetorische Floskel, sondern tatsächlich eine ernst gemeinte Frage einer nahen Freundin oder eines Freundes sein. Der Freund schaut in Ihr Gesicht und sucht nach einer Art eines vagen Gefühls, dass es Ihnen nicht gut geht. Dann kann es leicht passieren, um Worte zu ringen. Irgendwann gibt es dann vielleicht den Moment, in dem Sie sagen: „Bitte lass mich alleine.“ Die Sprache versagt in den Momenten, wenn Sie Leiden angemessen ausdrücken soll.

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Nur wer ein Kind bleibt…

Einsame Figuren in der Literatur 1: Der Kleine Prinz

Das Originalcover von 1943. Bild: Antoine de Saint-Exupéry, gemeinfrei, bereitgestellt durch wikimedia.

Eine Art stößt bei vielen sachlichen Erwachsenen auf großen Widerstand: naiv fragen und Leute darauf stoßen, was sie eigentlich nicht wissen, obwohl sie einem viele Fakten zu ihrem Fachgebiet um die Ohren hauen können. Der Kleine Prinz, verfasst von Antoine de Saint-Exupéry, 1900-1944, ist ein Vertreter jener Art: Er eckt durch seine Aufrichtigkeit an, während alle anderen in ihrer Rolle gefangen bleiben. Doch trotz alledem hat der Kleine Prinz eines mit denen gemeinsam, die er besucht: er und sie sind einsam. Eine literarische Spurensuche.

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Erst das Ihr, dann das Wir

Dr. Florian Höhne über sprachliche Feinheiten und Gottesbeziehungen

Dr. Florian Höhne, Pfarrer und wissenschaftlicher Mitarbeiter, ist auf die Kanzel der Heilig-Geist-Kirche auf der Fürther Hardhöhe gestiegen und blickt hinunter. Nach der Bitte um den Segen beginnt der promovierte Theologe die Predigt am 10. Sonntag nach Trinitatis mit einem persönlichen Beispiel: Während eines Auslandssemesters in den USA unterhielt er sich mit US-amerikanischen Mitstudierenden oft mit Sätzen wie „Wir tun X / wir erleben Y“. Am Anfang waren es einfache Themen wie der gemeinsame Kinobesuch oder das Erleben der Vorlesung. Irgendwann sagte ein Mitstudent in Hinblick auf den Anschlag am 11. September 2001: „Wir hatten 100 Jahre keinen Krieg mehr“ — mit Ende des Zweiten Weltkrieges in Deutschland am 7. und 8. Mai 1945 wusste Florian Höhne plötzlich: Zu diesem „Wir“ gehöre ich nicht. Daher zurecht die Frage: Was tun wir, wenn wir „wir“ benutzen?

Wer eine Kerze anzündet und betet, denkt manchmal an bestimmte Menschen. Unterschiedliche Biografie-Verläufe schließen ein und aus, wer noch mitgehört und mitbeten kann. Bild: © Michael Eichhammer / Fotolia.com

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