„Ihr seid Geliebte, gebt die Liebe weiter“

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Pfarrer Andreas Eckler geht in den Ruhestand

Pfarrer Andreas Eckler zieht in die Kirche ein. Sein lächelnder Blick wandert über die Reihe. Ein Blick von Güte entdeckt man in seinem Gesicht. Heute predigte er nur kurz, und wenn man den Monatsspruch August 2018 liest, dann scheint er sich wie ein Eckstein auf die Theologie Ecklers zu legen: „Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.“ (1. Johannesbrief 4,16). Über 350 Gläubige fanden sich in der Unseren Lieben Frau (ULF) ein. Bürgermeister Thomas Jung, Dekan Jörg Sichelstiel und Dekan André Hermany sowie Dekantsratsvorsitzende Cornelia Kimberger dankten Eckler und lassen ihn schweren Herzens nach Bamberg ziehen, wo der katholische Priester eine kleine Wohnung im Umfeld seiner Familie und Freunde bezieht.


Dekan Jörg Sichelstiel (rechts) dankt Andreas Eckler.


Während seiner kurzen Ansprache steht Eckler unter einem Regenbogen, für ihn ein Zeichen des Friedens — Shalom. Vor allem Frieden unter den Religionen, dafür setzte sich Eckler ein. „Ihr seid Auserwählte“, sagte Eckler, nämlich von Gottes Liebe, „gebt die Liebe weiter!“ Mehr Worte braucht es nicht.

Oberbürgermeister Thomas Jung freute sich über die zehn Jahre guter Nachbarschaft zwischen der Stadt und der katholischen ULF. „Mitmenschlichkeit, Barmherzigkeit und Güte“, jene Attribute trage Eckler. Immer wieder unterbricht tosender Applaus Jung. „Es steht mir nicht zu, diesen Titel zu vergeben, aber für mich ist Eckler der Heilige Vater von Fürth“, fasst Jung zusammen.

Auch der evangelische Dekan Sichelstiel würdigte Ecklers Einsatz für die Ökumene und den Brückenbau zwischen den Völkern. Seien es die griechisch-orthodoxe Gemeinde, die wie selbstverständlich die ULF mitnutzen darf, oder Plakatierung und das rote Licht, welches die ULF am Abend anstrahlt, als Zeichen für Liebe und Frieden. Dekan Hermany sagte: „Gott spielt in Ecklers Leben keine Rolle, sondern er führt Regie.“ Einen warmherzigen Diener sieht er in Eckler.

Cornelia Kimberger, Dekanatsratsvorsitzende, schloss sich dem Dank der Vorredner an: So habe Eckler ein offenes Ohr und ein offenes Herz etwa für Jugendliche und Geflüchtete, egal, ob sie in die Kirche kommen oder er sie auf einen seinen vielen Spaziergänge anspricht. Als Eckler auszieht, lächelt er nochmals, es wird jenes Bild sein, wodurch er im Herzen vieler bleiben wird: ein gütiges Lächeln und das Gerichtetsein auf den Nächsten, ohne Floskel und oft mit einer Portion Humor.

2 Kommentare

  1. Danke fürs Teilhabenlassen, Sebastian! Vieles von dem was Du über Pfarrer Eckler schreibst erinnert mich an Papst Franziskus, und daran, wie ihn der Film „Ein Mann seines Wortes“ wiedergibt, in der Unbekümmertheit sich selbst gegenüber und seiner Unefangenheit Anderen gegenüber. Geschenke unserer Zeit.

    • Sebastian Nachdenker

      Gern geschehen, ja die beiden passen gut zusammen :).

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