Ein Buchstabe in der Liebesgeschichte Gottes

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Pfarrer Volker Zuber predigt in St. Michael

Was bleibt? Was bleibt, sind die zarten Momente der Liebe im Leben. Erst wenn sich zwei Menschen lieben, können sie das Geschenk des Lebens empfangen in der Geburt. Volker Zuber, Pfarrer im Ruhestand, erzählte auf der Kanzel der Fürther Michaeliskirche eine Liebesgeschichte zwischen Mensch und Gott. In der Liebesgeschichte kann jeder Mensch ein Buchstabe oder ein Komma sein. Ein Buchstabe ist nicht ein ganzes Wort, ein Wort ist kein ganzer Satz, aber jeder Buchstabe ist wichtig, um die richtige Bedeutung eines Wortes zu erfassen — denn „Scham“ ist nicht „Scharm“ beispielsweise.

In der Liebe bewegt man sich aufeinander zu, sodass sich Gräben schließen können — hier die Londoner Tower Bridge. Bild: © Marcel Meyer / pixelio.de

Manchmal im Leben gibt es die Erfahrung: Trotz aller Anstrengung bleibt ein Ziel ein erfolgloses Bemühen. Vater und Sohn finden keine Annäherung oder eine Liebesbeziehung geht in die Brüche. Gott kann man als ver-rückten Bauern bezeichnen: Obwohl die Geschichte in jeder Epoche viele Seiten des Bösen durch den Menschen zeigt, möchte Gott seinen Weinberg, also alle Menschen, weiterhin bestellen.

St. Michael, Fürth.

In der heutigen Zeit klafft eine große Lücke zwischen Wissen und Tun. Das Wissen läuft dem Tun davon. Als Beispiele für Handeln wider besseren Wissens sieht Volker Zuber die millardenschweren Rüstungsausgaben, die die Formel der Tötung beinhalten, während Entwicklungshilfe ein klägliches Dasein fristet. „Wie nach einem Schlaganfall liegen wir Menschen bewusst- und gewissenslos im Bett“, vergleicht der ehemalige Pfarrer von St. Michael.

Der Weinberg hätte Frucht bringen sollen … Bild: © Gerhard Giebener / pixelio.de

, … doch wird dann von Dornen und Disteln überwuchert. Bild: © Kurt Michel / pixelio.de

In der alttestamentlichen Geschichte bei Jesaja 5 schickt Gott eine Strafe auf die Menschen: Dornen und Disteln sollen die kläglichen Rebzweige überwuchern. Doch schließlich zieht Gott einen Schlussstrich unter die Rechnung und es bleibt die Liebe, wie Markus 12 zeigt. Weder Knechte noch der eigene Sohn werden von der Habgierigkeit der Weinbauern verschont, aber Gottes langer Atem hält bis heute an.

Die Kanzel der Fürther Michaeliskirche.

Jesus zeigt, lebt und lehrte eine Geschichte der Liebe: Derjenige, der noch die rechte Wange hinhält, durchbricht den Kreislauf der Gewalt. Gott gestaltet einen Raum der Liebe, in dem Heilung auf uns wartet; Heilung, jetzt anders zu werden. „In der Liebe können wir die Ebenbildlichkeit zu Gott unter Beweis stellen“, sagte Volker Zuber.

Link zum Predigttext.

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