Der Lebensweg: eine erste Meditation

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Das Leben ist wie ein Weg. Stufe um Stufe führt der Weg von unten nach oben. Manchmal sind Stufen verdeckt. Manche Stufen haben eine ungewöhnliche Höhe. Manchmal droht Rutschgefahr. Aber wer nicht zu viele Stufen auf einmal nimmt und vor allem den nächsten Schritt im Blick hat, wird auch ans Ziel kommen.

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Die Treppe als Symbol für den Lebensweg.

Jeder Mensch hat einen Kundschafter für seinen Weg: Jesus Christus, der das Ziel des Weges kennt. Der Mensch weiß nie, ob sein oder ihr Leben ein langer oder ein kurzer Weg sein wird. Aber er darf sich auf Gottes Führung verlassen. Manche Wegabschnitte benötigen ein Geländer, also Menschen, die einen stützen; die etwas erkennen, was uns selbst verborgen bleibt. Vielleicht sollten Menschen manchmal einen Blick auf unsere Landkarte werfen und offen eine Rückmeldung geben. Aber auch Stille und Gebet können den Reisenden wieder auf die rechte Spur bringen.

Das Miteinander der Lebensreisenden kann ein Ort wie die Kirche sein. Eine Kirche ist lebendig, wenn sie Menschen in die Fußstapfen des Weges zu Gott schickt. Eine Kirche ist lebendig, wenn nicht skeptisch gefragt wird, wo kommst du her, sondern was brauchst du für deinen nächsten Schritt?

Das Leben ist nicht immer geradlinig wie eine abgesteckte Treppe. Es hat Kurven oder Wiederholungen und überspringt so manches. Vielleicht ist das Leben auch viel mehr ein Kreis, der einen Anfangspunkt hat, der wieder zum Ende führen wird: zum Göttlichen. Die Treppe suggeriert Geradlinigkeit. Aber ist das Leben nicht viel verzwirbelter? Kann nicht eine neue Lernerfahrung etwas ganz Altes in ein neues Licht stellen? Daher kann manchmal auch paradoxer Humor helfen: „Ich bin nicht da! Bin mich suchen gegangen. Wenn ich wieder da bin, bevor ich zurückkomme, sagt mir: Ich soll auf mich warten.“ – so heißt es auf einer Spruchkarte, die fernöstliche Philosophie ausdrückt.

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