Ein Raum des Empfangens: Gedanken zur Jahreslosung 2014

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Schriftzug "Gott nahe zu sein ist mein Glück" Hände greifen in den Himmel.

Bild: ©  M.E. / pixelio.de

Was tun Sie eigentlich, um glücklich zu werden? Diese Frage wird selten so direkt gestellt, aber viele scheinen doch nach Glück zu streben, sonst füllten sich die Bücherregale nicht mit so vieler Ratgeberliteratur rund ums Glück. Aber kann ich das Glück anstreben, so wie ich mir vornehmen kann, Menschen anzusprechen und Sport zu treiben?

Meiner Meinung nach ist das direkte Streben nach Glück etwas, was einen nur unglücklich werden lässt.

Denn ein Glück ist Christen bereits geschenkt: Die Nähe zu Gott. Dieses Glück drückt auch die Jahreslosung 2014 aus: „Gott nahe zu sein, ist mein Glück“ (Psalm 73,28).

Eine Metapher für dieses Geschenk ist mir bei einem ökumenischen Workshop über das Jesusgebet begegnet: Hier wurde in einem ersten Schritt auf Gefühle im Körper geachtet, also ein Drücken im Bauch oder ein Kratzen im Hals. In einem zweiten Schritt sollte man durch Atmung Jesus erfahren, jedoch mit drei Bedingungen: achtsam, absichtslos und akzeptierend.

Was bedeuten achtsam, absichtslos und akzeptierend für das neue Jahr? Absichtslos heißt: Gott Raum schenken, ohne dass ich ihn als Verstärker meiner eigenen Ziele sehe, sondern als einen Gott, der mich leitet und gerade auch bei mir ist in der Stille. Achtsamkeit wäre ein guter Vorsatz für das neue Jahr: die Menschen meines Umfeldes in den Blick nehmen: Lächele ich sie an? Wie kann ich sie erfreuen mit einer leichten Bemerkung? Wie geht es ihnen wirklich? Akzeptierend: Ich begehe zwar manchmal Sünden, aber bin doch gerechtfertigt in Gottes zusprechender Gnade.

Achtsam, absichtslos und akzeptierend sein beschreiben einen Weg, den jeder 2014 zurücklegen kann. Aus ihnen wird ein „Trachten nach dem Reich Gottes. Dann wird euch alles andere zufallen“, sagt Jesus in der Bergpredigt in Matthäus 6,33. Zufallen wird uns auch das Glück, weil wir es dann nicht anstreben.

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