Essen mit Anderen in der Fürther Christuskirche

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Es ist kurz nach 9 Uhr: Eine Gasflamme zischt, in der Luft hängt beißender Zwiebelgeruch und Messer hacken auf Schneidebrettern. Helga Willomitzer weist ihre fünf ehrenamtlichen Helferinnen ein, wie das eingemachte Kalbsfleisch zuzubereiten ist. Sie leitet eine von drei Gruppen, die in der Christuskirche in Fürth-Stadeln „Essen mit Anderen“ anbieten.

Tisch_gedeckt

Tischdecken, gefaltete Servietten und Blumen wirken einladend.

Nach dem Mittagessen bleiben die Gäste bis 14 Uhr zu Kaffee und Kuchen zusammen.

Jeden Donnerstag, außer an Feiertagen, von 12 bis 14 Uhr kommen bis zu 50 Gäste in das Gemeindehaus in der Paul-Gerhardt-Str. 4 in Fürth-Stadeln. Seit März 2015 organisiert die Kirchengemeinde die Mahlgemeinschaft. Die Idee dahinter: Eine gemeinsame Mahlzeit bereitet mehr Freude. Daher soll das Angebot vor allem auch ältere Alleinstehende ansprechen. Helga Willomitzer hat bis zu ihrer Rente eine traditionsreiche Metzgerei in Fürth geleitet. Sie achtet darauf, regional und saisonal einzukaufen, und nutzt ihre Kontakte zum Burgfarrnbacher Schlachthof und zu früheren Großlieferanten. Durch ihren Beruf ist sie daran gewöhnt, ein Buffet für bis zu 120 Personen herzurichten – „Das kann nur die Helga“, sagt eine der Helferinnen.

Ein paar Tage vor dem Kochen sitzt das Team zusammen. Es überprüft, wie viele Lebensmittel noch im Kühlschrank oder Gefrierfach sind. Dann legt man fest, wer Kuchen backt und wer welche Zutaten besorgt. Diesmal braucht die Gruppe zehn Kilogramm Fleisch und verkocht sieben Kilogramm Nudeln, dazu kiloweise Gemüse, wie etwa Zwiebeln.

Essen mit Anderen hat viele helfende Hände, zum Beispiel Blumenschmuck-Spender erfreuen mit ihren Gaben. Jutta B. verteilt dann an den Tischen die zur Jahreszeit passende Dekoration. Auch Barbara A. ist mit Freude dabei: „Ich helf‘ halt a weng mit. Jetzt wo ich im Ruhestand bin.“ Sie war 44 Jahre Lehrerin für Hauswirtschaft und Ernährung und sagt: „Ich arbeite gerne in der Gemeinschaft, so bin ich es gewöhnt.“ Die Männer im Kirchenchor stellen dazu die Tische in den Gemeindesaal, während der örtliche Gemüsehändler Kleinlein jede Menge Einmachgläser aus seinem Keller vorbeibringt.

Neben Stadeln bietet auch die Hardhöhe in der Max-Plank-Str. 15 eine warme Mahlzeit an. Dienstags von 11 bis 13 Uhr verteilt die Gemeinde Gemüsecurry mit Reis, Kürbissuppe oder Nudeln mit Tomatensauce. Hier ist Sozialpädagogin Miriam Greiner im Rahmen des Gemeinde Hardhöhe Hilfenetzes „GeH Hin!“ während des Mittagessens für Beratungsgespräche anwesend. Seit März 2012 gibt es „GeH Hin!“, das die Kirchengemeinde zusammen mit der Diakonie Fürth auf die Beine gestellt hat.

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